Die kleine Bierschau vom 11. November 2016

Today is the day! Stone in Berlin bekommt fette Konkurrenz: BrewDog eröffnet in Berlin in der Ackerstraße 29. Es ist die 17. Eröffnung international für die Bier-Rebellen aus Schottland. Drei Jahre hat es gedauert, das Projekt zu crowdfunden („Equity for Punks“) und einen geeigneten Standort zu finden. Stone wird es aber auch geben – 30 Biere vom Fass sind für die große Bar vorgesehen, dabei werden örtliche, also Berliner Craftbiere, bevorzugt, so also auch Stone.

Zur Eröffnung sagt James Watt von BrewDog: „Berlin is hands down one of our favorite cities in Europe, and is somewhere we have always dreamt of opening a bar. Germany has an incredible heritage and historic relationship with beer, and is packed full of awesome people who are passionate and knowledgeable about it. The craft scene is gathering pace around the world but is still relatively young in Germany, so we’re excited to be helping to turbo-charge it by bringing a slice of BrewDog action.“ BrewDog gibt es seit 2007, ihr Crowdfunding seit 2010. 2016 war für die Schotten ein besonders erfolgreiches Jahr, denn sie eröffnen heute nicht nur in Berlin, sondern James Watt und Martin Dickie eröffneten uach eine neue Brauerei in Ohio. Insgesamt gab es bereits 43 BrewDog-Bar-Eröffnungen, der Konzern exportiert sein Bier außerdem in 55 Länder. BrewDog ist unter den zehn am stärksten wachsenden Unternehmen Großbritanniens mit einem Einnahmen-Gewinn innerhalb von 3 Jahren von 120%. Aktuell hält BrewDog 0,1 % der gesamten Bier-Produktion im United Kingdom. Darauf heute Abend ein PunkIPA!

Apropos Equity Crowdfunding: Das macht jetzt auch Innis & Gunn. Innerhalb von noch nicht mal 72 Stunden schaffte das Unternehmen, UKs zweitgrößte Craftbier-Brauerei, sein Ziel, eine Million mit 600 Investoren zu finanzieren. Damit soll zu Hause in England weiter investiert und ausgebaut werden, aber auch in Nordamerika. Innis & Gunn existiert seit 2003, also noch länger als BrewDog, und exportiert in 20 Länder.

Jetzt ist ja grad nicht nur November, sondern im Netz auch Movember, ihr wisst schon, dieses Hipster-Ding, dass man mit seinem Bart Geld für den guten Zweck sammelt und dann spendet. Klar denken da viele, hey, Hipsters trinken doch auch Craftbier, vermutlich ausschließlich, auch wenn sie unterwegs sind. Dafür gibt es jetzt bei dieser Aktion hier einen „Craftr“ zu gewinnen, so eine Art „Craft-Beer-to-go-Becher„. Damit euer Bier immer schön kalt bleibt, Männer! Allerdings sieht der Craftr leider auch aus wie ein Coffee-to-go-Becher, nur eben ohne Überschwapp-Schutz. Dann lieber Plastik-Glas?

In Finnland gibt es jetzt „Sauna Beer“ (von Keito), und es wird natürlich mit Heavy Metal beworben. Wobei ich ja glaube, dass die Finnen schon vorher Bier in der Sauna getrunken haben und vor allem Wodka…. Ich nutze die Gelegenheit, um noch mal darauf aufmerksam zu machen, dass die wunderschöne Stadt Turku vier tolle Kneipen hat, die früher mal was anderes waren, nämlich eine Bank, eine Schule, eine Apotheke und eine öffentliche Toilette. Die Schule hat 1a-Rauchbier, das übrigens auf einer deutschen Brauanlage gebraut wird.

Und wenn wir schon bei kuriosen bierigen Dingen sind: Es gibt jetzt Windspiele aus Bier-Flaschen. Weiß nicht, ob man das braucht. Lieber selbst eine Lampe aus Bier-Flaschen basteln!

Und während wir im 500. Jahr seines Bestehens immer weniger über das Reinheitsgebot reden, diskutieren die USA, genauer Massachusetts, ob man große Industrie-Brauereien irgendwie reglementieren muss, weil sie Bars dafür bezahlen, dass die ihr Bier ausschenken, und dabei kleinere Brauereien das Nachsehen haben. Denn das kostet im Endeffekt auch den Steuerzahler. Interessanter Artikel!

Und apropos Industrie-Brauereien: In dem Zusammenhang geht es natürlich auch wieder mal darum, ob Craftbier schon seinen Höhepunkt erreicht hat und der Boom jetzt vorbei ist. Das sagt nämlich die Brewers Association. Also, manche Magazine denken, dass sie das so aussagt, aufgrund neuer Branchen-Zahlen. Sagt sie aber gar nicht. Sondern: Geschmack entscheidet. Also alles beim Alten in den USA.

0 0 votes
Article Rating

Comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

I accept that my given data and my IP address is sent to a server in the USA only for the purpose of spam prevention through the Akismet program.More information on Akismet and GDPR.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

error

Enjoy this blog? Please spread the word :)

0
Would love your thoughts, please comment.x